Mehr Glück im Leben:
Theorie und Training

 Hand, die Finger mit Ziffern von 1 bis 5 beschriftet

Grundlage für ein gutes und krisenfestes Selbstwertgefühl ist die Selbstannahme. Ein schlechtes Selbstwertgefühl lässt sich darum durch das Training der Selbstannahme verbessern. Voraussetzung ist allerdings, dass man für sich selbst erkennt, dass man zu tiefgreifenden persönlichen Veränderungen in der Lage und bereit ist.

Als Coach und Berater habe ich schon viele Menschen auf ihren jeweiligen Wegen zu einem gesunden Selbstwertgefühl begleitet. Ich weiß also, dass Veränderung und persönliches Wachstum auch unter schweren Voraussetzungen möglich sind. In diesem Artikel möchte ich Ihnen Denkanstöße geben, die Ihnen dabei helfen können,

  • dem eigenen Entwicklungspotenzial eine Chance einzuräumen,
  • Ihr Selbstwertgefühl besser zu verstehen und wirklich zu stärken.

Um aber nicht nur in theoretischen Anschauungen zu verbleiben, gebe ich Ihnen am Schluss des Artikels eine Selbst-Coaching-Methode an die Hand, mit deren Hilfe Sie Ihre Selbstannahme sehr effektiv trainieren und verbessern können.

1. Veränderung ist möglich

Bevor ich zum eigentlichen Thema dieses Artikels, der Selbstannahme, komme, erscheint es mir geboten, Ihren Blick auf die folgende Frage zu lenken: Können Sie sich überhaupt verändern oder bleiben Sie sowieso immer der/die, der/die Sie sind? Es lohnt sich, wenn Sie sich ehrlich dazu bekennen, dass Sie diese Frage positiv für sich beantworten. – Der psychologische Berater und der Ratsuchende sollten sich zu Beginn eines Coachings in einem grundsätzlichen Punkt einig sein:

Die Persönlichkeit jedes einzelnen
ist veränderlich und man kann
die Veränderung,
die Entwicklung,
das Wachstum
der eigenen Persönlichkeit
aktiv beeinflussen.

Mit dieser Aussage beziehe ich Stellung in der Kontroverse über die Determiniertheit bzw. Willensfreiheit des Menschen. Nach meiner Überzeugung ist der Mensch prinzipiell dazu im Stande, sich eine eigene Meinung zu bilden, Entscheidungen zu treffen, sowie seine jeweiligen Denk- und Verhaltensmuster zu hinterfragen und zu verändern. Es ist allerdings überhaupt nicht selbstverständlich, dass er von diesen Möglichkeiten der Selbstbestimmung Gebrauch macht. Das hat folgenden Grund:

Die Notwendigkeit, effizient die riesengroße Zahl der alltäglichen kleineren und größeren Aufgaben und Entscheidungen zu bewältigen, drängt den Menschen immer wieder zu Pragmatismus im Denken und im Handeln. Die Aufgabenfülle wäre ohne reflexhafte Entscheidungen und „automatisierte“ Abläufe nicht zu bewältigen. Achtsamkeit und kritisches Denken rund um die Uhr und sieben Tage die Woche und in allen Lebenslagen (als Mitmensch, Mitarbeiter, Angehöriger, Konsument, Bürger, Verkehrsteilnehmer …) halte ich für unmöglich. Das hat zur Folge, dass der Mensch trotz seiner grundsätzlichen Fähigkeit zur differenzierten Bewertung und Entscheidungsfindung manipulierbar ist.

Willensfreiheit und aus ihr resultierende Eigenverantwortung wird oft mit der Redewendung „Jeder ist seines Glückes Schmied.“ ausgedrückt. Unglückliche Menschen fühlen sich mit diesem Satz allerdings unverstanden oder sogar verhöhnt. Für mich bedeutet er aber, dass jeder einen Spielraum hat, an der Schaffung günstiger Voraussetzungen für das eigene Glück mitzuwirken. Das bedeutet natürlich auch, dass diese Aufgabe dem einzelnen sehr schwer, wenn nicht gar zu schwer erscheinen kann. Persönlichkeitsentwicklung bedeutet Mut und Arbeit. Die nötige psychische Kraft vermag nicht jeder ohne weiteres zu investieren. Ehe man allerdings gar nichts unternimmt oder die Schuldigen für das eigene Unglück stets bei den anderen sucht, sollte man lieber einen Neuanfang wagen und sich in Selbstannahme üben.